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Anette C. Halm
Die Malerin als Medium

 

Ausstellung 3. Juli - 8. August 2021

Die Malerin als Medium

Video und Leben. Im Zentrum der Einzelausstellung „Die Malerin als Medium““ von Anette C. Halm stehen großformatige neue Gemälde, die jedoch eine Ausnahme zu dem gleichnamigen, im Jahr 2008 begonnenen Werkzyklus „Thinking About Video Art“ bilden. Der Grund dafür ist ein zweiter Zyklus, an dem Halm seit ihrer Aufnahme als Meisterschülerin im Weissenhofprogramm der Stuttgarter Kunstakademie bei Prof. Christian Jankowski recherchiert und arbeitet: „Gel(i)ebtes Leben“. Malerei und Liebe. 

Die konzeptuelle Grundlage bildet der Tod der Mutter des Opernsängers Cornelius Hauptmann, deren Haus in Esslingen am Neckar steht. Halm konnte unmittelbar nach dem Tod der 93-jährigen Dame mit filmischen Kamerafahrten und Fotografien die räumliche Situation dokumentieren. Wie bereits in früheren Arbeiten, greift sie damit eine Familiengeschichte auf und spannt einen Bogen, der um das Thema Musik kreist: das Kennenlernen der Eltern Hauptmanns beim gemeinsamen Singen im Leichenchor bis zum Musikzimmer im späteren Haus der Familie in Esslingen, in dem die drei Kinder täglich je eine halbe Stunde musizierten[1] und zu mehreren Hauskonzerten im Jahr einluden. 

 

Mit dem Tod verschwindet nicht nur das Leben: Möbelstücke, Bücher, Wertgegenstände und Nippes werden entfernt, verbleiben als Erinnerungsstücke innerhalb der Familie oder werden verkauft. Diese sichtbare Reduzierung der „Erbmasse“ wurde bei einem zweiten Besuch im Haus von Halm festgehalten. Anhand zweier Diaprojektoren werden diese beiden Zustände gleichgeschaltet, laden uns Betrachter*innen zum direkten Vergleich ein und zum Sinnieren darüber, was von einem Leben bleibt.

Die großformatigen Gemälde entstanden im Anschluss an Gespräche der Künstlerin mit den Hinterbliebenen der Verstorbenen. Halm übernahm das Erzählte und verarbeitete es unmittelbar als Malerei. Gerade in den Erfahrungen der zurückliegenden Monate und anhand tragisch verlaufender persönlicher Schicksale weltweit, wurde das bisherige Leben hinterfragt, Selbstverständlichkeiten als Besonderheiten wahrgenommen und die Bedeutung  vom unbeschwerten Leben merklich aufgeladen. Recht bald steht das leere Haus zum Verkauf und wird dem Käufer übergeben. Dann soll das Lied „Totengräbers Heimweh“ erklingen, gesungen von Cornelius Hauptmann. Unruhige Bewegung, jedoch nicht zu schnell.

 

Hendrik Bündge

[1] „Schlauerweise legten wir das Üben manchmal zusammen zum Trio und konnten dann eine Stunde früher ins Freibad“, so Cornelius Hauptmann im Gespräch mit der Künstlerin.

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Thinking About Video Art - Gel(i)ebtes Leben 8, 2021, Öl auf Leinwand, 200 x 200 cm

Thinking About Video Art - Gel(i)ebtes Leben 1, 2021, Öl auf Leinwand, 200 x 200 cm

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Gel(i)ebtes Leben, Arbeitszimmer

Gel(i)ebtes Leben, Bücherregal

Ein Beitrag zum Projekt "Traum und Wirklichkeit" gefördert durch

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Ausgewählte Künstler der Galerie

Andrea Damp
Andrea Damp

Scharade, 2018-2020 Öl, Acryl auf Leinwand, 60 x 70 cm

Tomomi Morishima
Tomomi Morishima

Azalea, 2020, Öl auf Leinwand, 27 x 24 cm

Christian Mader
Christian Mader

Fotografie: Pacela Mall - Hiroshima, 2015

Mathias Hornung
Mathias Hornung

code, 2020 Holzrelief, Eiche, Offsetfarben, 22 x 34 x 8 cm

Stefan Wieland
Stefan Wieland

Eisen am Himmel 324, 2017, Mixed Media, 30 x 21 cm

Thomas Nolden
Thomas Nolden

Im Kochertal, 2009, Öl auf Leinwand, 34 x 46 cm

Ronald Franke
Ronald Franke

o.T., 2006, Öl auf Leinwand, 30 x 50 cm

Stephanie Abben
Stephanie Abben

monstera 2019 Öl und Acryl auf Polyester 40x50 cm

Beate Höing
Beate Höing

Sponge, 2019, Keramik, Glasur 15 x 14 x 11 cm

Lennart Rieder
Lennart Rieder

Doublebird, 2020 Öl auf Leinwand, 50 x 35 cm, gerahmt

Cigdem Aky
Cigdem Aky

Miami Calling, 2018 Acryl, Öl auf Baumwolle, 125 x 100 cm

Pat Rosenmeier
Pat Rosenmeier

aus der Serie Derwische: NOVEMBER-TWO-O-ONE-FIVE (Melli Beese) 2015, Acryl auf Leinwand 205 x 150 cm

Eva Schwab
Eva Schwab

Pastorale, 2018 Wachs, Tusche, Öl auf Nessel 30 x 24 cm

Martin Kasper
Martin Kasper

Raumstück 3 2019, Öl auf Leinwand 45 x 60 cm

Fabian Treiber
Fabian Treiber

Canoe, 2018 Acryl, Tusche auf Leinwand, 80 x 70 cm

Uwe Schäfer
Uwe Schäfer

Familie, 2016, Aquarell auf Papier, 23 x 29 cm

Xaver Sedelmeier
Xaver Sedelmeier

aus der Serie shieldwork: yellow, 2019, Keramik, Glasur, ca. ø 52 cm

Stefan Faas
Stefan Faas

Antropomir Lucilius, 2016, Spiegelstahl, 100 cm

Philipp Haager
Philipp Haager

Reihe Bonsai, Yamadori Nebula (Light Rose) 2018, Tusche, Leinwand, Holz 51 x 81 cm

Jessica Buhlmann
Jessica Buhlmann

Operational Necessities 2018, Öl auf Leinwand, 60 x 50 cm

Mathias Deutsch
Mathias Deutsch

aus der Serie Vodoo-Catwalk, 2010/2011, Keramik, Glasuren, Höhe ca. 45cm

Martin Bruno Schmid
Martin Bruno Schmid

Bohrzeichnung (Pre 2), 2010, Bleistift in und auf Büttenpapier, 48 x 42 cm

Brigitte Groth
Brigitte Groth

BOLLENHUT (Gutach), 100 x 80 cm Acryl auf Baumwolle, 2011

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