Lennart Rieder – Undercolor

Oktober 2013

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zu den Arbeiten

Lennart Rieder, 1986 geboren in Freiburg.
Studium an der Kunsthochschule Kassel bei Kerstin Drechsel.

Nach seiner Aufnahme in das Stipendiatenprogramm des Cusanuswerks 2010, studierte er 2011 an der Sint-Lucas in Gent, Belgien.

In seinen Werken beschäftigt sich der in Kassel lebende Künstler hauptsächlich mit dem Thema der Oberfläche und der Herangehensweise an die klassischen formalen Fragestellungen der Kunst. Besonders die Malstrategien und die Entstehungsprozesse rückt Rieder in den Mittelpunkt seiner Arbeiten.

In aufwendigen Malprozessen fügt der Maler Farbe auf die Leinwand und löst diese dann wieder mit Terpentinen ab. Das “malen“ oder “zeichnen“ durch Auslöschung der Farbe bis auf die Grundierung erzeugt ein irritierendes Moment, denn damit kehrt er das Prinzip der Schichtmalerei um. Die Motivik ist dabei der Form untergeordnet und der experimentelle Arbeitsprozess rückt das Bildthema in den Hintergrund. Zum Teil bekannte Motive der Kunstgeschichte wie Wald- oder Seelandschaften aber auch figurative Malerei prägen seine Öl- und Acrylwerke. So entstehen leuchtende Lichtungen, pastöse Landschaften, giftgrüne Dickichte und Wälder, schimmerndes Gras und florale Elemente. Äste, Stämme und Blätter scheinen aus dem Bildgrund herauszuwachsen und formen sich zu einem Dschungel aus Farben und Formen. Er zitiert so die allbekannten Themenfelder und setzt sie in einen neuen und zeitgemäßen Kontext.
In anderen Werkgruppen übermalt er die Leinwand monochrom mit silberner Sprühfarbe. Die so entstandenen Werke erzeugen bei der Betrachtung Befremdlichkeit, bringen aber dadurch neue und ungewöhnliche Sichtweise zum Vorschein.