Pat Rosenmeier
Derwische

_DSC0435_web

_DSC0441_web

_DSC0430_web
Fotos: Frank Kleinbach

bis 21. Februar 2016


„Derwische“ nennt die deutsch-kanadische Malerin Pat Rosenmeier ihre neueste Bildserie. Dynamisch, gestisch, farbig sind sie und assoziieren damit zwangsläufig die ekstatischen Trancetänze der Sufi des türkischen Mevlevi Ordens. Immer wieder wechselt die Künstlerin in ihren Bildserien Fragestellungen der Malereigeschichte - den abstrakten Realismus etwa bei den "Magnolien" den "Sealands" oder den "Maden", monochrome Abstraktion bei "Nine Gold" oder ihren schwarzen Bildern. Sie verfährt hier ähnlich wie Thomas Ruff in seinem weitgefächerten Bildwelten über die Möglichkeiten der Fotografie. Bei den Gemälden der Derwisch Serie knüpft Pat Rosenmeier an die bildnerischen Methoden von Action Painting und Informell an, wie sie in der Nachkriegskunst von Jackson Pollock, Wols, Emil Schumacher, Heinz Mack oder KRH Sonderborg und anderen entwickelt wurden. Charakteristisch ist eine ausgeprägt körperliche Arbeistsweise aus der Bewegung. Es gibt kein vorgefertigtes Formkonzept, kein Malen nach Zahlen, vielmehr entstehen die Bilder aus  einer Abfolge von trial und error oder challenge und response bis ein Bild als "fertig" erscheint. Ein riskantes Verfahren wie man an den teilweise vielschichtigen Übermalungen erahnt. In Rosenmeiers "Derwischen" überwiegen kontraststarke Reinfarben in der Bildfigur die auf fast monochrom wolkigen Graugrund gesetzt sind. Also kein all over der Malerei über die gesamte Leinwand sondern eine deutlich formulierte Figur-Grund- Konstellation. Und obwohl vollkommen abstrakt könnte man flatternde Kolibris, brausende Wasserstrudel oder flirrende Pigmentfeuerwerke erkennen wollen.
Fast alle der neuen, abstrakten Bilder haben neben der tagesgenauen Datierung als Titel Namen von Frauen. Eine Art Widmung für Clärenore Stinnes, Vivian Maier, Camille Claudel, Gerda Taro, Melli Beese und Ellis Kaut.